Rasseportät
Was eigentlich genau ist eine Sibirische
Katze?
Zusammen mit der amerikanischen Maine Coon und der Norwegischen
Waldkatze rechnet man sie zur Rassengruppe der Waldkatzen. Der Ausdruck
ist allerdings ein wenig irreführend, denn diese Katzen leben
nicht etwa wild in den Wäldern. Er sollte vor allem nicht mit
der Untergruppe "Waldkatzen" der Gattung der Wildkatzen
verwechselt werden. Nimmt man noch die Türkisch Angora dazu,
so fasst man diese Rassen unter dem Oberbegriff "Naturrassen"
zusammen. Das kommt der Warheit schon näher und meint, dass
sich diese Rassen ursprünglich ohne besondere Zutun des Menschen
entwickelt haben. Es sind schlicht regionale Formen der dort heimischen
Hauskatzen. Speziell sind die halblanghaarigen Exemplare gemeint.
Wie bei Hauskatzen üblich, gibt es in ihrer jeweiligen Heimat
natürlich auch mehr oder weniger herrenlos herumstreifende
Exemplare.
So ist also die Sibirische Katze eine halblanhaarige Hauskatze aus
dem riesigen Gebiet der früheren Sowjetunion. Die gezielte
Zucht dieser Katzen begann in den achziger Jahren, vorwiegend mit
Katzen, auch Straßenkatzen, aus den großen Städten
wie Leningrad (St. Petersburg) und Moskau. Obwohl es solche Katzen
natürlich auch in den gemäßigteren Regionen Sibiriens
gibt, hat sie ihren Namen nicht etwa, weil Sibirien die einzig wahre
Ursprungsregion wäre, sondern weil die Russen eine plüschige
Hauskatze von jeher so nannten, ob ihres Aussehens.
Da das Langhaargen rezessiv ist, also verdeckt unter einem Kurzhaarfell
vererbt werden kann, ist es durchaus möglich, dass in einem
Wurf kurzhaariger russischer Hauskatzen ein sibirisches Katzenkind
liegt.
Entsprechend dem weitgefächerten Hekunftsgebiet war die Typbreite
zu Beginn der geregelten Zucht beträchtlich. Inzwischen hat
man sich darauf geeinigt, dass man sich für die Sibirische
Katze eher den rundlichen Typ auf stämmigen Pfoten wünscht.
Und was ist eine Neva Masquarade?
Gelegentlich kommen bei der Sibirischen Katze ausgefallene Zeichnungen
vor, die man auch bei der Siamkatze findet. Die ersten Exemplare
wurden angeblich am Fluss Neva gefunden, der zum Namensgeber für
diese Varität wurde. Obgleich immer wieder behauptet wird,
die Neva sei durch gezielte Einkreuzung von Siam und Colorpoint
entstanden, kann man beweisen, dass die ersten Neva-Zuchttiere wie
Maks und Mars einfach Hauskatzen waren. Verfolgt man aufmerksam
Reiseberichte im TV, so kann man in baufälligen Bauernhäusern
nicht nur Sibirische Katzen in den gewöhnlichen Farben sehen,
sondern gelegentlich auch solche mit Pointzeichnung. Da auch das
Pointgen rezessiv vererbt wird, ist es durchaus möglich, dass
eine Katze plötzlich Nevas im Wurf hat, in deren Stammbaum
sich keine Pointkatze findet; jedenfalls nicht in den Generationen,
die schriftlich belegt sind, vorausgesetzt, sie trifft auf einen
Partner, welcher das Neva-Gen ebenfalls trägt.
Und wie sind sie so, die Sibirischen Katzen?
Sie sind, ihrer Herkunft entsprechend, ganz normal, von
lebhaftem Temprament, jedoch sanftmütigem Charakter, wenn sie
liebevoll aufgezogen werden. Ein Garten und Katzengesellschaft sind
in jedem Fall wünschenswert, soll die Katze glücklich
sein.
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